PHILOSOPHIE

Das DISPO dient als Labor- und Vernetzungsplattform, als lebendiger und kraftvoller Ort des interdisziplinären Austausches und der gegenseitigen Inspiration zwischen Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

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GESCHICHTE

Text: Margrit Wick-Werder

Bilder Luftaufnahmen: ETH-Bildarchiv

 

 

Neues Land

Am 17. August 1878 fliesst das Aarewasser zum ersten Mal in den Bielersee und durch den Nidau–Büren-Kanal wieder hinaus. Die Juragewässerkorrektion hat die Ufer des Bielersees stark verändert. In Nidau verschwinden die Kanäle, das Mattland zwischen Städchen und See wird trockengelegt, und mit der Senkung des Seespiegels werden rund 15.5 Hektaren Land dazugewonnen. Der Boden eignet sich schlecht für eine landwirtschaftliche Nutzung, für Natur und Freizeit besteht kein Bedarf. Was es braucht, ist Industrie. Dafür ist dieses Gebiet wie geschaffen, zumal es sich leicht an den nahen Güterbahnhof von Biel und damit ans Eisenbahnnetz anschliessen lässt.

 

Eroberung durch die Industrie

1900 errichtet die Elektrizitätswerk Hagneck AG eine elektrochemische Fabrik (Carbid-Fabrik) auf den Schlossmatten. In der Folge lassen sich hier weitere Gewerbe- und Industrieunternehmen auf dem Gelände zwischen Schloss und Seeufer nieder: 1901 die Holzhandlung und Imprägnieranstalt der Gebrüder Spychiger, 1903die Chemiefabrik von Heyden in Radebeul bei Dresden mit einer Niederlassung zur Herstellung von künstlichem Süssstoff (Saccharin), 1908 die Konsumgenossenschaft Biel mit einer Bäckerei und später einem Brennstofflager. Im gleichen Jahr errichtet die Vereinigten Kander- und Hagneck-Werke AG eine Reparaturwerkstätte auf dem Gelände der Karbidfabrik, 1910 die Bernischen Kraftwerke BKW weitere Konstruktions- und Reparaturwerkstätten sowie eine Zähler- und Eichwerkstatt. 1913 lässt sich die AG für Sand- und Kiesverwertung am See nieder und baut den Graben der ehemaligen Vogelstaudenzihl zum Hafen aus. 1917 erbauen die BKW ein neues Büro- und Magazingebäude (die spätere Alpha) an der Schlossstrasse.

 

Metallwerke

Im Jahr 1900 haben die Hagneck-Werke neben dem Terrain für die Karbidfabrik noch ein zweites südlich der Fabrikstrasse, wie die Dr.-Schneider-Strasse damals hiess, erworben. Hier entsteht 1911 ein weiteres Fabrikgebäude mit einer langgezogenen Produktionshalle, die Metallwerke von Conrad Krebs, «Messingwalzwerk und -rohrzug». 1913 wird daraus die Metallwerke Krebs A. G. zur «Herstellung nahtlosgezogener Kupfer- und Messingröhren in rundem und prismatischem Querschnitt sowie Fabrikation von Banden in Kupfer, Messing und Neusilber und Verkauf dieser Produkte» wird. Ab 1917 heisst die Firma Metallwerke Nidau AG. Diese löst sich 1924 auf. Neuer Besitzer wird die Montandon & Cie AG.

 

Montandon & Cie AG

Die «Präzisions-und Profilzieherei», die unter anderem die Uhrenindustrie beliefert, ist 1905 aus dem Drahtzug Biel heraus zum selbständigen Betrieb gewachsen. 1924 wird Gustav Montandon Inhaber der Firma, die er nach Nidau verlegt. Doch 1926 beschliesst der Verwaltungsrat die Auflösung der Firma. Die Gebäude gehen in den Besitz der Vereinigten Drahtwerke Biel über.

 

Velofabrik

1929 bezieht die neu gegründete «Fahrradfabrik Zesar AG» (Zesar S. A. Manufacture de Cycles) die Fabrikhallen an der Dr. Schneider-Strasse und legt damit den Grundstein für eine wechselvolle Geschichte, die bis heute fortdauert. Sie produziert nicht nur Fahrräder für unterschiedlich Bedürfnisse, auch für die Schweizer Armee, sondern auch allerlei Zubehör für Velos und andere Fahrzeuge, später auch Kühlschränke. 1945 erwirbt die BKW-Tochter Alpha AG die inzwischen um mehrere An- und Nebenbauten erweiterte Liegenschaft und baut sie für ihre eigenen Bedürfnisse weiter aus. Die Zesar (seit 1934 Neue Zesar AG und ab 1945 Zesar AG) bleibt eingemietet, bis sie 1949 in die ehemaligen Gebäude der Pianofabrik Wohlfahrt an der Gurnigelstrasse übersiedelt, wo sie dann auf die Herstellung von Schulmöbeln umstellt.

 

Von der Alpha 2 zum espace DISPO

Fortan werden die Gebäude an der Schneiderstrasse ganz von der Alpha AG genutzt und werden kurz «Alpha 2» genannt. 1992 verkauft die Alpha den ganzen Komplex an die Schweizerische Eidgenossenschaft zu Gunsten der PTT; 1998 geht der Besitz an die Swisscom. Inzwischen haben sich unterschiedlichste Nutzer in den Räumlichkeiten, Schuppen und Lagerplätzen des Fabrikareals niedergelassen. 1999, im Vorfeld der EXPO.02, erwirbt die Gemeinde Nidau die inzwischen in die Jahre gekommene Anlage und befreit sie von den baufälligen Teilen. Stehen bleiben die beiden Hauptgebäude Dr. Schneiderstrasse 3 und 5. Auch sie sollen dereinst Wohnbauten der AGGLOlac-Überbauung weichen. Doch bis dahin wird es noch einige Jahre dauern. Jahre, die dank espace DISPO auf kreative Art und Weise genutzt werden.

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